Vom Geschichtenerzählen…

Es war einmal vor vielen, vielen Jahren…

… da traf ich Mr. Pickett. Mr. Pickett sieht aus wie ein ganz gewöhnlicher, netter,  älterer Herr. Im grauen Anzug, mit grauen Haaren, ein Lächeln auf den Lippen. Er sah schrecklich harmlos aus. Das hätte mich stutzig werden lassen müssen.

Doch ich war jung und unbedarft. Also tat ich etwas, dass ich besser nicht hätte tun sollen. Ich lernte Mr. Pickett kennen. Dabei gibt es Menschen auf unserem Planeten, denen man besser aus der Distanz zuwinkt. Oder besser noch, sich versteckt, wenn sie vorbeikommen. Ich jedenfalls, tat genau das Gegenteil.

Eines Tages, es war ein schöner Sommertag, saßen Mr. Pickett und ich in einem Café am anderen Ende der Stadt. Wir tranken Kaffee und unterhielten uns über dies und das. Es war ein angenehmes Treffen, auch wenn Mr. Pickett manchmal etwas distanziert oder nennen wir es besser „abgelenkt“ wirkte. Wir saßen also bei unserem Kaffee und plötzlich merkte Mr. Pickett auf und sagte – ohne ersichtlichen Grund – er müsse jetzt gehen. Ich habe für einige Absonderlichkeiten Verständnis, also erklärte ich, dass sei kein Problem, ich hätte den Kaffee eh spendieren wollen und griff neben mich, um Mr. Pickett seine Tasche zu reichen. Eine große Tasche war das. Schwarz, aus Leder und höllisch schwer. Ich konnte sie kaum anheben. Ich meinte ein leises schabendes Geräusch aus der Tasche zu hören, als würde Metall auf Metall reiben. Doch bevor ich zu der Frage ansetzen konnte, was er denn um Himmels willen in seiner Tasche hätte, traf mich Mr. Picketts Blick. Kalt und berechnend. Alle Zuneigung war daraus verschwunden. Wir wechselten kein weiteres Wort.

Am nächsten Tag las ich von einem Attentat in der Zeitung, keine zwei Minuten von dem netten kleinen Café mit den herrlichen Tischen im Freien und dem wunderbar vollmundigen Kaffee entfernt.

Als ich Mr. Pickett das nächste Mal traf, erzählte ich ihm, die Juristerei sei eigentlich nichts für mich. Ich wolle lieber etwas mit meinem Leben machen, dass weiter von der Realität entfernt ist. Meine Worte sollten lieber als Fiktion, denn als Fakten verstanden werden. Er lächelte. Nickte. Wir hatten uns verstanden. Manchmal trinken wir noch zusammen Kaffee.

Also bin Geschichtenerzählerin geworden. In Bildern, im Fließtext oder interaktiv. Als Spiel, Film, Graphic Novel, Comic, in Fotos, als Roman oder Kurzgeschichte. Mit Mr. Pickett gehe ich immer noch ab und an Kaffee trinken. Daher widmet sich diese Seite den Geschichten. Ob Geplant (“in eigener sache“) oder schon umgesetzt (“portfolio“). Fühl dich frei zu browsen und zu kommentieren. Im Bereich “blog” poste ich regelmäßig Fundstücke aus dem Netz. Geschichten in jeglicher Form, die mich begeistern konnten und denen ich gerne meine Zeit geschenkt habe. Vielleicht ist für dich ja auch was dabei.

Und nur ganz nebenbei: Man kann meine Autoren-, Konzepter- und Fotografendienste buchen…

 

 

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